Elektroakustische Werke

Murals I-IV

(2012)
Hörprobe von 'Murals I-IV' abspielen

Ambisonic Tape

13’55

UA
15.12.2012
Kunstraum Walcheturm, Zürich

glass body

(2011)
Hörprobe von 'glass body' abspielen

tape, stereo

11’33

UA
06.08.2011
Literary Arts Center Beyond Baroque, Los Angeles, CA

zone de construct

(2009)

tape, stereo

7’28

UA
26.03.2010
Festival "Spring in Havana", Kuba

Instr + Elektroakustik

Windbruch

(2017)
für Ensemble und Live-Elektronik
11'50

UA

Ensemble Proton Bern

Ltg. Matthias Kuhn

Karin Wetzel, Florian Bogner – Klangregie

07.02.2018, Gare du Nord, Basel

Air parasite

(2017)
für Vokalquartett und Live-Elektronik
12'00

UA

Ensemble SoloVoices

Karin Wetzel, Klangregie

14.01.2018, Gare du Nord, Basel

[-]

Eine hochgradige Sensibilität gegenüber Zischen, Summen und anderen störhaften Geräuschen zieht sich als Motiv durch verschiedene Werke Franz Kafkas. Die zu dieser Zeit neu aufkommenden Telekommunikationsmedien werden begleitet von rauschhaften Störungen die die menschlichen Kommunikations- und Interaktionskanäle besetzen. In einem Brief an Felice Bauer berichtet Kafka von einem Traum, in dem er Nachrichten vom „Pontus“ zu hören erhoffte und durch die Telephonhörmuscheln „nichts zu hören bekam, als einen traurigen, mächtigen wortlosen Gesang und das Rauschen des Meeres. Ich begriff wohl, dass es für Menschenstimmen nicht möglich war, sich durch diese Töne zu drängen, aber ich liess nicht ab und ging nicht weg.“ Auch in anderen Texten Kafkas werden menschliche Stimmen durch das Medienrauschen überschrieben, dass hier seine eigene neue ästhetische Dimension entfaltet.

Das Wort parasite bedeutet im französischen auch Störgeräusch. Die Idee meiner Komposition Air Parasite basiert hauptsächlich auf Kafkas fragmentgebliebener Erzählung „Der Bau“. In dem Text hat sich eine Tierfigur, wahrscheinlich ein Dachs, eine unterirdische, labyrinthartige Anlage geschaffen, die sowohl Rückzugsort, als auch Vorratslager ist und Schutz vor Eindringlingen und Feinden bietet. Obwohl sich das Tier in dem Bau behaglich eingerichtet hat, kreist sein ganzes Denken um die weitere Optimierung des Baus und um die Gefahrenabwehr. Als es nach einer längeren Schlafphase auf einmal ein kaum hörbares Zischen wahrnimmt, wird sein Argwohn und das Misstrauen gegenüber allen potentiellen äusseren Bedrohungen so ins Extrem gesteigert, dass es von nun an seine ganze Aufmerksamkeit dem Zischen widmet, dass es doch nicht zu orten und zu bestimmen, geschweige denn zu bekämpfen, imstande ist. Kafka entwickelt einen stromhaften Monolog, in dem die Gedanken des Tiers permanent um das störende Geräusch kreisen, dass sich wie ein Parasit in seinem Bau permanent eingenistet hat. Am Ende wird das Tier selbst zum Getriebenen des eigenen Gedankenkarussels. Es stellt sich die Frage, ob das Störgeräusch wirklich von aussen stammt oder ob es nicht gar in der inneren Vorstellung des Tiers, als Folge einer übersteigerten Wahrnehmungsfähigkeit, selbst entsteht.

Die Wechselbeziehungen zwischen dem Bau und der Aussenwelt spiegeln sich in der Konstellation Sänger und Live-Elektronik wider. Während der live-elektronische Raum die Aussenwelt verkörpert, gleicht der Vokaltrakt der Sänger mit seinen verschiedenen Räumen, Höhlen und Gängen einem Bau, in dem die Geräusche an verschiedenen Stellen erzeugt werden. Der Kommunikationskanal zwischen Sänger und live-elektronischem Aussenraum wird belegt durch parasitäre Störfelder die menschliche Stimme, Sprache und persönlichen Ausdruck an den Rand drängen. Hörbar ist ein entsubjektiviertes Gemisch aus vielen verschiedenen Stimmen.

Amorphose 2

(2012)
Hörprobe von 'Amorphose 2' abspielen

Gitarre und Live Elektronik

8’40

UA

Panagiotis Megarchiotis, Gitarre

Karin Wetzel, Klangregie

15.12.2012, Kunstraum Walcheturm, Zürich

[-]

Die natürlichen Flageoletttöne der scordatierten Gitarrensaiten bilden das melodische Grundgerüst der Instrumentalstimme, umspielt von einer zweiten harmonischen Stimme. Das Verhältnis – Hauptstimme und umspielende Stimme – wird in der Beziehung der Gitarre zur live - elektronischen Verarbeitung weiter entwickelt. Der Titel Amorphose knüpft an den formalen Aspekt des Werkes an. Die Idee einer amorphen Struktur wird auf verschiedene musikalische Ebenen übertragen: Sie spiegelt sich im Tonhöhensystem wider, das aus „kristallierten“ Flagoeletttönen und „flüssigen“ Harmonien besteht. Auch ist sie im Verhältnis der fest definierten Tonhöhen der Gitarrenstimme zur Live Elektronik präsent. Die Elektronik transponiert und vervielfältigt die Gitarrenstimme permanent. Die Transpositionen erfolgen teilweise auf einer sehr kleinen mikrotonalen Ebene, werden zufällig erzeugt und führen damit jedesmal zu einem anderen klanglichen Resultat.

Smoke

(2012)
Hörprobe von 'Smoke' abspielen

Akkordeon und Live Elektronik

12’50

UA

Andrea Kiefer, Akkordeon

Karin Wetzel, Klangregie

15.12.2012, Kunstraum Walcheturm, Zürich

Solo

Amorphose

(2011)

Gitarre


UA

Eva Beneke – Gitarre

06.08.2011, Literary Arts Center Beyond Baroque, Los Angeles, CA

Schattensaite

(2007/2008)

Cello


UA

Niklas Seidl – Cello

22.05.2009, HMT Leipzig

Inflammation

(2005/2006)
Hörprobe von 'Inflammation' abspielen

Cello

11'24

UA

Niklas Seidl – Cello

19.04.2006, Stadtbibliothek Leipzig

[-]

Das Stück beginnt mit einer in sich geschlossenen Phrase, für die die Form der klassischen Periode Modell gestanden hat. Diese Phrase ist charakterisiert durch einen aus percussiven Elementen bestehenden Vordersatz mit einem auffahrenden Kopfmotiv und einem zweiteiligen Nachsatz, in dem ein lyrisches Element eingeführt wird. Dieser Beginn bildete den kompositorischen Ausgangspunkt. In ihm sind die beiden, den weiteren Verlauf bestimmenden Züge des Stückes angelegt, die in Fortspinnungen entwickelt und auf unterschiedliche Weise miteinander verknüpft werden.

Variationen über Harangvirág von György Kurtág

(2004/2005)
Hörprobe von 'Variationen über Harangvirág von György Kurtág' abspielen

Klavier


UA

Alicia Torrea Goioechea – Klavier

15.05.2008, HMT Leipzig

Duo

One on One

(2014)
Hörprobe von 'One on One' abspielen

für Cello und Gitarre

10:00

UA

duo leise dröhung

Niklas Seidl, Cello

Steffen Ahrens, Gitarre

31.07.2014, Quartier am Hafen, Köln

2 Gesänge

(2004)
Hörprobe von '2 Gesänge' abspielen

nach Gedichten von Salvatore Quasimodo

für Sopran und Flöte

7’18

UA

Ji-Young Hong, Sopran

Martina Fenzel, Flöte

17.05.2004, HMT Leipzig

Ensemble

Swarming

(2014)
Hörprobe von 'Swarming' abspielen

Block- und Paetzoldflötenensemble

6:00

UA

Prime Recorder Ensemble, Ltg.: Antonio Politano

 

27.05.2014, BKA Theater, Berlin, Unerhörte Musik

Chronismen

(2013)
Hörprobe von 'Chronismen' abspielen

für grosses Ensemble

8'00

Veröffentlicht von babelscores

UA

Ensemble Modern, Ltg. Johannes Kalitzke

24.11.2013, hr-Sendesaal, Frankfurt

bricht an dem halm sich der laut

(2009/2010)

nach dem Text »balancen I« von Anja Utler

für Altstimme, Altflöte, Bassklarinette, Gitarre, präpariertes Klavier, Violine, Kontrabass

3’50

Veröffentlicht von babelscores

UA

Ensemble Arc-en-Ciel, Ltg. Cornelius Volke

21.01.2011, Zürcher Hochschule der Künste

[-]
Im Gedicht »balancen I« von Anja Utler kreisen die Bedeutungsfelder um Natur und Körper. Die konsonantenreiche Sprache und die Rhythmik des Textes bilden die Grundlage der Komposition. Die Geräuschhaftigkeit im Instrumentalsatz verdichtet die Lauthaftigkeit der Sprache. Die durchgehende Rhythmik der Gesangslinie basiert auf Wiederholungsmustern und deren Variation und wird durch die arhythmische Struktur des Ensemblesatzes gebrochen.

Chaînon

(2006)
Hörprobe von 'Chaînon' abspielen

für Flöte, Bassklarinette, Akkordeon, Klavier, Percussion, 2 Violinen, Viola, Cello

16’35

UA

Ensemble Avantgarde, Ltg. Steffen Schleiermacher

11.10.2006, Gewandhaus Leipzig

Schlagweiten

(2005/2006)
Hörprobe von 'Schlagweiten' abspielen Hörprobe von 'Schlagweiten' abspielen

für Schlagzeugquartett

18’00

UA

Leipziger Schlagzeugensemble

07.10.2005, Leipzig

Orchester

Höhlungen

(2007/2008)
Hörprobe von 'Höhlungen' abspielen

für Orchester

14’00

Veröffentlicht von babelscores

UA

HSO Leipzig, Ltg. Barbara Rucha

15.01.2010, HMT Leipzig

Theater

Gilgamesch Miniaturen

(2009)

für Cello, zwei Hörner und Percussion


UA

Moritz Müllenbach, Cello

Louisa Marxen, Percussion

Benedikt Hayoz, Horn

Jannis Weggenmann, Horn

17.02.2010, Theater der Künste, Zürich